1914 Vibes

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Vielen schwebt derzeit Weimar als historischer Vergleich vor Augen – zumindest was die innerdeutschen Verhältnisse betrifft. Für die internationalen Beziehungen müsste der Vergleichszeitraum ein größerer sein, ein Hinweis auf den Niedergang von Großbritannien als Weltmacht vor dem Ersten Weltkrieg ist hier hilfreich. Weil es keinen Weltstaat gibt, werden die globalen Spielregeln der Staaten meist von der Macht des Stärkeren, den Großmächten, geprägt – auch innerhalb internationaler Organisationen wie derzeit UNO oder IWF. Dass diese gegenwärtig kaum eine Rolle spielen ist schon ein Hinweis auf Erossionsprozesse. Gleichwohl muss diese Weltordnung immer auch von einem breiten Staatenbündnis akzeptiert und von einer hegemonialen Weltmacht organisiert werden und die hegemoniale Macht »Verantwortung« im globalen Maßstab annehmen, Ordnungsmacht sein. Beides traf vor dem Ersten Weltkrieg nicht mehr zu, obwohl die Großmächte noch zur Jahrhundertwende ihre gemeinsamen Interessen als Kolonialmächte während der Niederschlagung des sogenannten Boxeraufstandes in China verteidigten. Der Erste Weltkrieg zeigte, dass Großbritannien nicht mehr Weltordnungsmacht sein konnte, die USA bis nach dem Zweiten Weltkrieg nicht sein wollten. Vor allem der Historiker Eric Hobsbwam hat deutlich gemacht, dass der Erste Weltkrieg nur als Resultat einer ins Wanken geratenden Weltordnung zu verstehen ist, aus dem Wechselspiel der Großmächte, die um ihre Handlungsoptionen in der Weltpolitik und deren ökonomische Grundlagen bangten. Inzwischen scheint die USA nicht mehr zu können (und zu wollen); China noch keine Hegemonialmacht sein zu wollen. Deshalb muss Frankreich nun einspringen, die gemeinsamen Interessen der kapitalistischen Staaten sicherzustellen – die globale Energieversorgung. Ohne dass internationale Organisationen einbezogen werden. 1914 Vibes.

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