Marx' Exzerpte zur Geschichte des Grundeigentums in der MEGA erschienen, aber wie lesen?
Vor wenigen Tagen ist Band 24 der vierten MEGA-Abteilung erschienen. Die Bände der Abteilung der Marx-Engels-Gesamtausgabe, die die Exzerpte, Notizen und Marginalien und Marginalien umfassen, werden seit einiger Zeit nur noch online publiziert, ebenso die Briefe (Abteilung III). Das ist einerseits grandios, denn die Ergebnisse der öffentlich finanzierten Forschungs- und Editionsarbeiten ist derart auch öffentlich zugänglich. Nur wie bekommt man mit, dass neue Bände erschienen sind? Ich nutze hierfür den RSS-Feed des Projekts und freue mich jedes Mal, dass die Technik verwendet wird.

Digitale Editionen bringen neben vielen Vorteilen jedoch das Problem mit sich, dass anders mit ihnen gearbeitet werden muss. Wer Texte anstreichen oder kommentieren und mit Haftnotitzen verschlagworten will, muss erfinderisch werden. Am Bildschirm ist das schlecht möglich. Die Website als PDF ausdrucken und am eReader lesen? Eher suboptimal. Ich nutze hierfür seit einiger Zeit die Annotation-Plattform https://hypothes.is/. Mit einem Account und einem Plugin ist es möglich, zu annotieren, die Anmerkungen oder ganze Texte zu verschlagworten und sogar mit anderen zu teilen, denn die Plattform ist als social network angelegt. Aber auch für den weiteren workflow ist gesorgt, denn etwa für den Zettelkasten obsidian gibt es ein Plugin, mit dem alles synchronisiert werden kann, eine gute Grundlage, um mit dem Material nach der Lektüre weiterarbeiten zu können.
Ich freue mich darauf zu entdecken, wie Marx etwa Georg Ludwig von Maurer gelesen hat und ob es stimmt, was der verehrte Ludolf Kuchenbuch in »Marx feudal. Beiträge zur Gegenwart des Feudalismus in der Geschichtswissenschaft, 1975-2021« schrieb:
»Gerade die[] Präsenz Maurers lässt […] vermuten, dass die Maurer-Exzerpte manchen wichtigen Hinweis enthalten für Verschiebungen von Marxens Mittelalter-Bild.«
Diese Vermutung lässt sich erst jetzt prüfen, dank der wichtigen Edition, eingeführt von der lesenswerten Einführung von Timm Graßmann.